Schwimm, Marco, schwimm!

Schwimmen war eigentlich nie so meins. In der Grundschule gelernt war nach Seepferdchen und Bronze dann aber auch Schluss. Zwar kann ich mich ganz gut über Wasser halten, aber weder konnte ich elegant in selbiges eintauchen, noch in ihm die Augen öffnen, was dafür spricht, dass auch Tauchen nicht so meins ist. Hinzu kommt die körperliche Unförmigkeit, die den Besuch überfüllter Badeanstalten nicht zu meinen größten Hobbies werden ließ.

Mittlerweile ist mir die falsche Proportionierung meines Körpers fast schon egal. Wenn ich sehe, was da im Sommer beim Freibadbesuch an „leicht adipösen“ Damen mit der Fritte in der einen und dem Bier in der anderen Hand nach der ebenfalls leicht übergewichtigen Schakkeline-Schantall ruft, finde ich mich gar nicht mehr so unförmig.

Letztendlich muss ich dennoch etwas tun. Das Gewicht muss runter und die Lauferei ist sicherlich ein Anfang. Doch kürzlich war ich mit meiner Tochter im Schwimmbad und dachte mir, dass Schwimmen eigentlich eine durchaus gute Ausgleichsgeschichte zum Joggen sei. Und so machte ich mich heute Vormittag auf den Weg zu genau der Halle, in der ich vor über dreißig Jahren das Schwimmen lernte.

Der Parkplatz war gut gefüllt, die Schwimmhalle an sich aber nicht. Zwei Rentner hatten das kleine Lehrschwimmbecken für sich, an dem ich aber nur vorbei lief, um zum großen Becken zu kommen. Auch dies war hauptsächlich von Menschen jenseits 60 in Beschlag genommen, vereinzelte Studenten zogen Leistungssportmäßig ihre Bahnen in verschiedenen Schwimmstilen. Ich begnügte mich mit dem regulären Brustschwimmen und schwamm so auch Bahn für Bahn, immer eine Lücke zwischen den ganzen Senioren suchend.

Nach 600 Metern begann mein rechtes Knie leicht zu schmerzen. Ich schwamm dennoch weiter. Bei 750 Metern wollte ich eigentlich aufhören, gab mir aber noch einen Ruck, hing weitere 25-Meter-Bahnen dran. Bei 900 m war ich eigentlich durch, aber die magische 1000-m-Marke war ja nur noch 4 Bahnen entfernt, der Ehrgeiz geweckt. 40 Bahnen wurden es also insgesamt in rund 40 Minuten. Für einen Sport- und Schwimmwiedereinsteiger kein schlechter Wert, wie ich finde.

Das werde ich nun versuchen, wöchentlich unterzubringen. Da kann man dann auch die 3,30 Euro pro Schwimmbadbesuch verkraften, die sich mit einer Viererkarte sogar auf 3 Euro reduzieren lassen.

19 Gedanken zu „Schwimm, Marco, schwimm!“

  1. Grandiose Leistung. Also ich hab nicht so viel am Anfang geschafft. Glückwunsch! Ich werd mal wieder meinen Vater fragen, ob er mit mir zum Schwimmen geht. Wäre vor allem für ihn ein guter Ausgleich von der Arbeit, aber auch sehr anstrengend wegen seiner Krankheit (Parkinson). Und knieschonend ist es ja auch. Aber was hattest du denn für Schmerzen? Ging es nach dem Schwimmen wieder?

    1. Dank Dir.
      Keine Ahnung was es war, aber bei jedem Beinschlag schmerzte es ganz leicht in der Innenseite. Letztendlich war es nach dem Schwimmen wieder weg und somit schiebe ich es auf den ungewohnten Bewegungsablauf.

      1. Falls es nicht besser wird, solltest du unbedingt zum Arzt.
        Bei uns kostet ne 10er-Karte 41€. Puh. Naja, mein Vater mag momentan nicht, ich werd mal überlegen, ob ich den inneren Schweinehund besiegen kann, dort auch alleine hinzugehen und meinen kurvigen Körper dort im Bikini zu präsentieren.

  2. Gute Wahl. Schließlich nutzt und trainiert man beim Schwimmen den ganzen Körper… und dies auf sehr Gelenkschonende Art und Weise. Naja, und Spaß macht es ja eigentlich auch 😉

    1. Spaß macht es, wenn ich mit meiner Tochter „plansche“, aber nicht, wenn ich Bahnen ziehe. Obwohl, irgendwie schon … 😉

      1. Eben. Ist halt ein anderer Spaß als beim Planschen mit deiner Tochter. Eher Spaß im Sinne von Freude über das Geleistete, wenn man wieder eine kleine, persönliche Marke oder Bestzeit erreicht hat, obwohl ständig lebendige, aber nahezu bewegungslose Bojen deinen Weg kreuzten 😉

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