Erstbesuch: Rick´s Café Américain Cineplex Limburg

Das Treffen mit Alex stand schon lange aus, der Zeitplan der jungen Frau, die viele Leute von Twitter, Facebook oder ihrem Blog kennen, bietet neben Vollzeitjob, Kind und dem restlichen Wahnsinn des Alltags aber nur wenige Lücken. Als diese vor einiger Zeit gegeben war, ergriff ich die Chance zum Zweimann-Social-Media-Treff und fuhr nach Limburg an der Lahn.

Dort traf ich am Abend ein und ich muss sagen, dass es über die direkte Lage an der Autobahn immerhin schnell und bequem zu erreichen ist. Es war mein erster Besuch in Limburg, der im Dunkel des Abends natürlich kaum etwas offenbarte. Immerhin der in einiger Entfernung zu sehende Dom wurde hell erleuchtet. Wie man mich später aufklärte, wird dieser von Ortsunkundigen oft für eine Burg (die Limburg) gehalten. Obwohl der Ort für einen Samstagabend vergleichsweise unbelebt wirkte, was eventuell auch dem schlechten Wetter geschuldet war, war das Parkhaus voll. Dort wurde ich bereits erwartet und nachdem auch ich einen Parkplatz ergattern konnte, ging es auf die Suche nach einem geeigneten Etablissement, um einen Kaffee zu trinken und eventuell eine Kleinigkeit essen zu können. Die voll besetzten Gastronomiebetriebe erklärten die leeren Straßen und so blieben wir bei Rick’s hängen.

Der ganze Name samt Untertitel ist schon recht voluminös: „Rick´s Café Américain Cineplex Limburg – Bistro.Bar.Lounge“ Klotzen statt Kleckern? Laut eigener Aussage „Ein Ort, wo Sie entspannen (. . .) können.“ Vor der Entspannung stand eine verschlossene Tür. Durch die Unterhaltung auf dem Weg zum Bistro (der Bar, der Lounge?) war uns das Schild, dass wir den Eingang am Kino nutzen sollen, gar nicht aufgefallen. Eigener Fehler, dumm gelaufen. Quasi durch den Seiteneingang erreichen wir ein düsteres Lokal mit dunklen Möbeln. Schweres Ledergestühl wirkt edel, aber auch erdrückend. Wir suchen uns einen Tisch für zwei und ich nehme in einem der Sessel (Stühle?) Platz, muss aufgrund des beengten Raums darin aber die immer an meinem Gürtel befindliche Kompaktkamera entfernen, die sich sonst in meine Seite bohrt. Alex sitzt mir gegenüber auf einer Bank.

So weit so gut. Doch schnell offenbaren sich erste Defizite. Es ist laut, was gerade bei einem ersten Treffen, bei dem man sich viel zu erzählen hat, eher suboptimal ist. Die Musik ist zu laut, was zur Folge hat, dass auch alle Gäste ihre Stimme anheben. In Tateinheit führt dies dazu, dass ich fast schon peinlich oft um eine Wiederholung des Letztgesagten bitten muss und mir dabei wie ein alter Opa vorkomme, der den letzten Termin zum Batteriewechsel an seinem Hörgerät verpasst hat. Erschwerend hinzu kam die wirklich unangenehme Stimme einer Kellnerin, für die sie nichts kann, was die Verständigung aber kaum besser machte. Immerhin war sie recht aufmerksam, auch wenn es manchmal verdächtig lang dauerte, bis das Gewünschte unseren Tisch erreichte.

Zwischenzeitlich wurde auch der Nachbartisch besetzt, was eigentlich kein Problem darstellt, wenn die kleinen Tische nicht im nur geringst möglichen Abstand nebeneinander gestanden hätten und die etwas beleibtere Besucherin neben Alex fast deren Sachen geplättet hätte. Außerdem war das eher schweigsame Paar auch eher an unserem Gespräch interessiert, dem sie aufgrund der ungewollten Nähe bei einem Cocktail auch prima folgen konnten. Das sie uns dabei ungeniert anstarrten, war sicherlich mehr als befremdlich, aber dafür kann der Betreiber des Rick’s nun wirklich nichts.

Während das von mir bestellte Baguette durchaus genießbar war, haderte Alex mit dem von ihr gewählten und bei der Bestellung leicht modifizierten Salat, der in auch in großen Teilen auf dem Teller verblieb. Die verneinende Antwort auf die Frage, ob es geschmeckt habe, nahm die Bedienung aufgrund der Lautstärke eher nicht wahr. Vielleicht war es auch nur eine rhetorische Frage, denn noch während der Antwort zog die Dame weiter, um die Teller loszuwerden und den nächsten Kunden zu bedienen.

Mit der vom Rick’s propagierten Entspannung hatte das alles nichts zu tun, der Abend war streckenweise sogar anstrengend, was kaum am sympathischen Gegenüber, sondern mehr an den beschriebenen Rahmenbedingungen lag. Ob dem im Titel erwähnten Erstbesuch noch ein zweiter Besuch folgen wird, wage ich daher leider stark zu bezweifeln.

5 Gedanken zu „Erstbesuch: Rick´s Café Américain Cineplex Limburg“

  1. Ich wünsche mir, die Menschen in Deutschland wären privat so, wie sie mal in Urlaub sind. Locker, lustig und nicht so ungeduldig. 🙂

    Farhad Ghafouri
    Rick´s Café Américain Cineplex Limburg

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