Schnitzeltestessen IV/2013 im King’s College in Aachen

Auch wenn ich zuvor erst an einem Schnitzeltestessen (Twitter Hashtag: #SteAC) teilgenommen hatte, lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass die vierte Auflage das kürzeste Testessen aller Zeiten war. Auch habe ich es bis dato noch nie gesehen, dass sämtliche Teilnehmer auf den Cent abgezähltes Geld auf den Tisch legen. Warum dies so war, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

steac-2013-04-kings-college-02Das vierte Schnitzeltestessen sollte im King’s College stattfinden, einer altehrwürdigen Gaststätte im Herzen Aachens. Das die Wahl auf dieses Etablissement fiel, lag wohl nicht zuletzt an der mit Schnitzelvariationen gefüllten Speisekarte. Und so wurde sich wie immer per Onlineumfrage auf einen Termin geeinigt und reserviert. Nach Erzählungen der Initiatorin @missmarple76 war bereits dieses telefonische Unterfangen ein merkwürdiges (scheinbar reserviert man im King’s College eher nicht), aber man war weiterhin guter Dinge. So trafen sie und ich pünktlich vor Ort ein und entdeckten weitere Teilnehmer, die bereits Platz genommen hatten. Um uns dazugesellen zu können, fingen wir mit dem Zusammenschieben von Tischen an, was uns vom Kellner erste als verwirrt bis böse einzuschätzende Blicke einbrachte. Immerhin eilte er bei jedem eintreffenden Gast schnell herbei, um die Getränkebestellung aufnehmen zu können. Hätte ich allerdings gewusst, dass dies für den restlichen Besuch dieses Gastronomiebetriebes mein einziges Getränk bleiben würde, hätte ich direkt etwas Voluminöseres bestellt. Mein Wasser war schnell leer, aber eine Nachfrage seitens des arbeitsunwillig wirkenden Kellners blieb aus. Auch als ich die leere Flasche kopfüber im ebenfalls leeren Glas deponierte, fiel im der Missstand nicht auf.

steac-2013-04-kings-college-01Dann wurde es richtig „spaßig“. Vom anderen Ende der langen „Do-it-yourself-Tafel“ vernahmen wir eine Pizzabestellung, die folgendes Kuriosum zutage förderte: Der Kellner konterte relativ dreist mit der Aussage, dass für die entsprechende Reservierungszahl bereits entsprechend viele Schnitzel vorbereitet wären und man nur noch in der Art variieren könne. Jegliche Abweichung sei nicht möglich. Interessant, da bei der Reservierung zwar auf einen eventuellen Schnitzelverzehr hingewiesen, dieser aber nicht fest „gebucht“ wurde. Noch interessanter war zudem die Tatsache, dass man sich seitens des King’s College auch schon für ein Spendertier entschieden hatte. So hatte man laut Karte zwar die Wahl zwischen Schwein und Pute, aber in unserem Fall stand die Pute nicht zur Disposition. Apropos Spendertier: da waren reichlich Tiere beteiligt, denn es gab irgendein gepresstes Formfleisch in nicht nennenswerter Größe mit entsprechend geringem Sättigungsgrad. Da halfen auch die peinlichst genau abgezählten (fünf) Kroketten nichts. Selbst die literweise (vermutlich aus dem Eimer kommende) Soße sorgte nicht für ein Völlegefühl, trotz der „Sossenoppulenz“ (ich musste dieses Wort bringen). Ungenießbare Pilze der Nachbarine verdarben aber eh jegliche weitere Essenslust.

steac-2013-04-kings-college-03Die Tatsache, dass wir unserem Unmut offensichtlich Luft machten, tangierte den Herrn mit dem Notizblock wenig. Auch nicht, dass er Teile der Bestellung vergaß und so selbst zeitgleich eingetroffene Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeiten ihr Normschnitzel bekamen. Als wir den Laden dann recht zügig wieder verließen, um im benachbarten Rethel Pub einzukehren verweilten wir noch ein wenig vor der Tür. Und dort traf auch sodann die angenervte Crew des King’s College ein, um nach der anstrengenden Arbeit erst einmal eine zu rauchen. Ich will nicht wissen, wie sehr sie am Stock gehen, wenn der Laden mal voll ist und alle unterschiedlichste Speisen bestellen.

steac-2013-04-kings-college-04So konnte ich aber nebenan das erste Guinness meines Lebens probieren. Immerhin etwas.